Saubere Energie aus heimischer Wasserkraft - Neue Murkraftwerke
in Gratkorn und Stübing
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Investitionssumme knapp 100 Mio. Euro
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30.000 Haushalte könnten mit Strom versorgt werden
Graz, 02.07.2008 - Die Projektpartner VERBUND-Austrian Hydro Power AG (AHP)
und das Energie Steiermark Tochterunternehmen Steweag-Steg (SSG) planen
gemeinsam die Errichtung von zwei MURKRAFTwerken nördlich von Graz, eines in
Gratkorn (Hartboden) und ein zweites nördlich davon, in Stübing (Eggenfeld).
Die Vorstandsdirektoren Mag. Michael Amerer (VERBUND-Austrian Hydro Power AG)
und DI Dr. Franz Kailbauer (Energie Steiermark AG) legen Ihnen in dieser
Pressekonferenz die Gründe dar, warum sich die Projektpartner für die weitere
Nutzung der Wasserkraft an der Mur entschieden haben, und stellen Ihnen die zwei
Kraftwerksprojekte näher vor.
Wasserkraft – die umweltfreundliche Energie:
Die Zukunftsprognosen gehen übereinstimmend von einem weiteren, steigenden
Energieverbrauch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten aus. Während in Teilen
der Europäischen Union (auch in Ermangelung von Alternativen) der Schwerpunkt
auf die Stromerzeugung mittels Atomenergie gesetzt wird, hat sich Österreich
schon Ende der Siebzigerjahre gegen diesen Weg entschieden.
„Die Nutzung der Wasserkraft an der Mur zur Energiegewinnung hat eine lange
Tradition. Mit den neuen Kraftwerken in Gratkorn und in Stübing soll ein
wesentlicher Beitrag zur energie-politischen Unabhängigkeit der Steiermark sowie
zur Stand-ortsicherung geleistet werden.“, ist SSG-Vorstandsdirektor Dr.
Kailbauer von den Planungen überzeugt.
Mit den neuen Wasserkraftwerken steigt aber nicht nur die energiepolitische
Unabhängigkeit unseres Landes - Österreich ist seit 2001 auf Stromimporte
angewiesen -, zusätzlich wird auch auf eine umweltfreundliche Energiequelle
gesetzt. Das MURKRAFTwerk Gratkorn, mit einer geplanten Leistung von 9,5 MW,
soll für 12.500 Haushalte (Berechnungsbasis 4.000 kWh/Jahr und Haushalt) Strom
liefern, das 11,4 MW-MURKRAFTwerk Stübing soll rund 14.000 Haushalte mit
heimischem Strom versorgen.
Wasserkraftwerke sind CO2-neutral und belasten daher unser Klima nicht durch
die Emission von Treibhausgasen, was auch im Hinblick auf erwartbare
Strafzahlungen ein Schritt in die richtige Richtung ist. „Die verstärkte Nutzung
der Wasserkraft stellt den besten Beitrag Österreichs zur Erreichung des
Kyoto-Ziels dar. Als verantwortungsbewusstem Energieversorger ist der
VERBUND-Austrian Hydro Power AG die ökologische Ausrichtung der neuen
Kraftwerksprojekte im Norden von Graz ein wichtiges Anliegen.“, betont
AHP-Vorstandsdirektor Mag. Amerer. Das Kraftwerk in Gratkorn weist somit ein
errechnetes Einsparungspotential, gegenüber der Verwendung fossiler Rohstoffe,
von rund 37.000 Tonnen CO2/Jahr und das Kraftwerk in Stübing von rund 42.000
Tonnen CO2/Jahr auf.
Last, but not least bleibt bei einer Stromerzeugung aus Wasserkraft die
Wertschöpfung sowohl während des Baus der Kraftwerke als auch danach in der
Region.
Die Standorte
Das Gebiet nördlich von Graz zählt zu den industriellen Zentren der
Steiermark. Große Industriebetriebe, unter anderem in der Papier- und
Kartonagenerzeugung, tragen wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg der Region
bei. Die zwei Wasserkraftwerke fügen sich optimal in dieses aktive Umfeld ein.
In Zeiten eines (internationalen) Standortwettbewerbes werden die
Rahmenbedingungen, zu denen u. a. eine sichere Energieversorgung zählt, immer
wichtiger. Auch unter diesem Aspekt fühlen sich die Projektpartner
VERBUND-Austrian Hydro Power AG und Steweag-Steg ihrer Verantwortung
verpflichtet und leisten ihren Beitrag zur weiteren Attraktivierung des Bezirkes
Graz-Umgebung.
Verantwortung für die Umwelt
Wie erwähnt, werden die beiden MURKRAFTwerke Gratkorn und Stübing in einer
bereits wirtschaftlich und industriell genutzten Umgebung errichtet. Trotzdem
sind sich die Projektpartner AHP und SSG bewusst, dass die Errichtung neuer
Wasserkraftwerke bei aller ökologischen Sinnhaftigkeit ein heikles Thema ist.
Deshalb werden umfassende Maßnahmen ergriffen, um die beiden Projekte ökologisch
verträglich zu machen. Im Falle des Kraftwerks Gratkorn wird bereits in der
vorbereitenden Planung darauf geachtet, dass sich die örtlichen
Kanalisationssysteme, die in die Mur entwässert werden, im Einklang mit der Lage
des Rückstaubeckens befinden. Und beim Kraftwerk Stübing wird in enger
Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen der Nähe des Kraftwerks zum
Wasserschutz- und -schongebiet des Wasserwerks Friesach Rechnung getragen.
Selbstverständlich wird auch auf die Tierwelt Rücksicht genommen.
Fischaufstiegshilfen garantieren, dass die Kraftwerke keine Hürden für die
Tierwelt darstellen. Und Naturliebhabern wird die Umgebung der beiden Kraftwerke
nach Abschluss der Bauarbeiten als Naherholungsgebiet zur Verfügung stehen. Im
Zuge der Kraftwerksbauten wird es auch möglich, den Hochwasserschutz zu
verbessern, was den angrenzenden Haus- Grundbesitzern zu Gute kommt.
Die Projektpartner AHP und SSG achten auch darauf, dass sich die neuen
MURKRAFTwerke im Norden von Graz sehr gut in das von Menschenhand geprägte
landschaftliche Bild einfügen. Deshalb wird ein Architektenwettbewerb für die
kreative Gestaltung der Kraftwerkbauten ausgeschrieben.
Verantwortung für die Menschen:
Laut einer aktuellen Studie des Focus Instituts sind 44 Prozent der
ÖsterreicherInnen der Meinung, Wasserkraft ist die sympathischste Art der
Stromerzeugung, damit liegt die Wasserkraft an einsamer Spitze. Es wundert daher
auch nicht, dass 76 Prozent den Ausbau des österreichischen
Wasserkraftpotenzials befürworten. Auf Grund des heimischen Wasserpotenzials ist
Wasserkraft die einzige erneuerbare Energiequelle in Österreich, die einen
nachhaltigen Beitrag für eine saubere Energiegewinnung liefern kann.
Gerade weil die Projektpartner VERBUND-Austrian Hydro Power AG und
Steweag-Steg die zwei neuen Wasserkraftwerke FÜR und nicht gegen die Menschen in
der Region planen und bauen, wird von Beginn an auf die Einbeziehung der
Bevölkerung großer Wert gelegt. In einem projektbegleitenden Planungs- und
Baubeirat haben direkt vom Kraftwerksbau berührte AnrainerInnen, aber auch
Vertreter von Gemeinden und Institutionen die Möglichkeit zur rechtzeitigen,
projektbegleitenden Information und Diskussion. Außerdem wird durch die
gesetzlich vorgeschriebene Umwelt-verträglichkeitsprüfung sichergestellt, dass
alle umweltrelevanten Auflagen erfüllt werden. Die UVP wird von den
Projektbetreibern AHP und SSG nicht als notwendiges Übel, sondern als solide
Richtschnur für die Erzeugung umweltfreundlichen Stroms gesehen.
Baubeginn:
Die beiden neuen MURKRAFTwerke werden mit einer Gesamtsumme von knapp 100
Mio. Euro veranschlagt. Mit der Leistung der neuen MURKRAFTwerke können rund
30.000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Nach einer erfolgreichen UVP soll im
Jahr 2010 mit dem Bau des MURKRAFTwerks Gratkorn begonnen werden, im Jahr 2012
soll das MURKRAFTwerk Stübing folgen. Die Bauzeit wird jeweils rund 2,5 Jahre
betragen. Im Zuge der Inbetriebnahme der neuen Kraftwerke soll auch der
Betriebsrhythmus der Kraftwerke an der Mittleren Mur verbessert werden.
Die technischen Daten der neuen Kraftwerke:
Wasserkraftwerke haben einen für andere Energiequellen unerreichbaren
Wirkungsgrad von über 90% - modernste Kohlekraftwerke liegen z.B. bei unter 50%.
Kraftwerk Gratkorn:
Lage Mur: km 186,3
Ausbaudurchfluss: 205 m³/s
Stauziel: 370,30 m ü.A.
Rohfallhöhe (QA): 5,75 m
Engpassleistung: 9,5 MW
RAV: 49,5 GWh/a
Stauraum: 3,1 km
UW Eintiefung: 1,3 km
Kraftwerk Stübing:
Lage Mur: km 193,25
Ausbaudurchfluss: 205 m³/s
Stauziel: 387,10 m ü.A.
Rohfallhöhe (QA): 6,84 m
Engpassleistung: 11,4 MW
RAV netto: 55,9 GWh/a
Stauraumlänge: 4,2 km
UW Eintiefung: 1,5 km
Die VERBUND-Austrian Hydro Power AG
Die VERBUND-Austrian Hydro Power AG (AHP) ist ein Tochterunternehmen des
Verbund mit Sitz in Wien, das derzeit Wasserkraftwerke in sieben Bundesländern
betreibt. Die AHP beschäftigt mehr als 1.000 Mitarbeiter, errichtet
Kraftwerks-anlagen, betreibt diese und hält sie auch instand. In 90
Wasserkraftwerken erzeugt die AHP mit einer Turbinenleistung von mehr als 6.000
MW (1 MW = 1.000 Kilowatt) jährlich rund 22.800 GWh (1 GWh = 1 Million
Kilowattstunden) elektrische Energie. Das ist etwa ein Drittel des in Österreich
2006 verbrauchten Stroms. Die AHP ist damit der mit Abstand größte Produzent von
umweltfreundlichem Strom aus Wasserkraft in Österreich.
Steweag-Steg GmbH
Die Steweag-Steg GmbH stellt die Leitgesellschaft der Energie
Steiermark-Gruppe im Geschäftsbereich elektrischer Energie dar. Seit 2002 werden
Know-how und Erfahrung der beiden traditionsreichen steirischen Stromunternehmen
Steweag und Steg in den Bereichen „Vertrieb“ und „Netz/Verteilung“ in der
Gesellschaft Steweag-Steg gemeinsam genutzt.
Als eines der größten Unternehmen in der Steiermark und Betreiber
wesentlicher Infrastruktureinrichtungen stehen der Betrieb und Ausbau des 23.000
km langen steirischen Stromnetzes, der Mehrsegment-Stromvertrieb und das Trading
im Mittelpunkt. Über die Produktmarke select versorgt die Steweag-Steg GmbH
gemeinsam mit weiteren Partnern der steirischen Energiewirtschaft rund 514.500
Kunden. Im Jahr 2007 wurden 10.796 GWh Energie abgesetzt, davon entfielen 5.832
GWh auf den Kundenmarkt. Mit rund 850 Mitarbeitern ist die Steweag-Steg auch
einer der wichtigsten Arbeitgeber der Steiermark.
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Rückfragehinweis:
Mag. (FH) Urs Harnik-Lauris
Leiter Konzernkommunikation
Energie Steiermark
Leonhardstraße 59
8010 Graz
Tel +43 (0)316/9000-5926
Fax +43 (0)316/9000-20829
mobil +43 (0)664 18 01 780
email
urs.harnik@e-steiermark.com |
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