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Fragen zur Mur

Wir stehen allen AnrainerInnen und Interessierten gerne für Gespräche zur Verfügung und freuen uns über eine aktive Beteiligung.

Daher haben wir die am häufigsten gestellten Fragen bei Informationsveranstaltungen und aus diversen Foren ausgearbeitet und von Experten aus den verschiedensten Fachbereichen beantworten lassen.

War Ihre Frage noch nicht dabei? Dann stellen Sie sie uns einfach: 0316 9000-50861 / murkraftwerkgraz@e-steiermark.com

Jürgen Koch (33): Mir ist Strom aus Wasser lieber als Atomenergie. Aber wie sieht es mit den Bäumen am Ufer aus, wenn ein Wasserkraftwerk gebaut wird?

Henrike Bayer, Ökologin: Unser Ökoprojekt bringt mehr Bäume, Büsche und hochwertige Grünpflanzen an die Mur, als heute da sind. Das ist uns wichtig. Und eine klare Vorgabe der Umweltbehörden. Für jedes einzelne Gewächs, das während der Bauarbeiten beeinträchtigt wird, müssen bis zu 1,6 neue gepflanzt werden. Und zwar keine Winzlinge, sondern richtig große Bäume.

Florian Koppelhuber (24): Stimmt es, dass der Huchen durch das Murkraftwerk Graz seinen Lebensraum verliert?

Univ.-Prof. Dr. Hans Sampl, Gewässerökologe: Nein. Der Huchen, der bereits jetzt nur eingesetzt wird, bleibt weiterhin in der Mur heimisch. Vor dem Kraftwerk werden sich Fische aufhalten, die eine langsame Fließgeschwindigkeit bevorzugen. Weiter flussauf finden sich dann strömungsliebende Fischarten wie der Huchen ein. Der Fischbestand wird sich nur lokal verändern. Dies zeigt sich auch bei Wasserkraftwerken wie z. B. in Fisching.

Mag. Jolanthe Soyka (65): Wird sich die durch das Kraftwerk verringerte Fließgeschwindigkeit der Mur negativ auf die ohnehin schon schlechte Feinstaubsituation in Graz auswirken?

Dr. Alexander Podesser, Zentralanstalt für Meteorologie: Unsere speziellen Messungen haben keine murnahe, murabwärtsgerichtete Luftströmung feststellen können. Die Fließgeschwindigkeit der Mur hat demnach keinen Einfluss auf den Feinstaubabtransport aus Graz, was bedeutet, dass auch das Murkraftwerk Graz keinerlei Einfluss auf die Feinstaubsituation haben wird.

Andreas Kolarik (41), Anrainer: Ich stehe dem Murkraftwerk Graz positiv gegenüber, aber inwiefern wird die Baustelle meinen Alltag beeinträchtigen?

Michael Wedenig, Projektteam: Durch ein modernes Baustellenmanagement werden Lärm- und Luftbelastungen sehr gering gehalten: Neben eigenem Verkehrskonzept, Beschränkung der Arbeitszeit und dem Einsatz modernster Baumaschinen, kommen in sensiblen Bereichen zusätzlich spezielle Bauverfahren zur Anwendung. Darüber hinaus wird ein eigener Ombudsmann für ihre Anliegen zur Verfügung stehen.

Claudia Haid (27): Energie aus sauberen Quellen zu gewinnen, finde ich absolut richtig. Stimmt es aber, dass sich im Bereich des geplanten Kraftwerks ein Schlammsee bilden wird?

Thomas Geisler, Projektteam: Kein Grund zur Sorge: Wir können die Entstehung eines "Faulschlammbeckens" definitiv ausschließen. Bei Hochwasser wird das Kraftwerk abgestellt und der Wasserspiegel im Stauraum auf das ursprüngliche Niveau abgesenkt. Die so entstehende Strömung verhindert eine Verschlammung des Stauraumes und die Entstehung von Faulgasen.

Vizebürgermeisterin Lisa Rücker (45) via Weblog: Bei aller Bedeutung der Wasserkraft für den österreichischen Energiemix: Wer gewährleistet, dass sich die Errichter des Murkraftwerks Graz an die Auflagen einer UVP halten?

Christoph Rath, Projektleiter: Den Lebensraum Mur zu schützen, ist mir ein persönliches Anliegen und darum lege ich darauf bei der Projektplanung und -überwachung besonderen Wert. Beim Bau des Murkraftwerks halten wir uns an alle Auflagen der UVP. Zudem gibt es wasserrechtliche und ökologische Bauaufsichten, die wiederum von behördlichen Sachverständigen überwacht werden.

Larissa Friedl (27): "Wenn die Mur gestaut wird, kommt es dann nicht zu einer Gelsenplage in der Stadt?"

Barbara Leitner, Freilandökologie- und Naturschutzplanung: Das können wir ausschließen. Die Mur wird trotz des Kraftwerks kein stehendes Gewässer und weist weiterhin entsprechende Fließgeschwindigkeiten auf. Gelsen legen ihre Eier aber nur in stehende (Klein)gewässer wie Regentonnen oder Tümpel. Auch bei vergleichbaren Wasserkraftwerken wie z. B. in Frohnleiten treten keine erhöhten Gelsenplagen auf.

Mithra Sophie Gruber (14): "Stimmt es, dass eine vier Meter hohe Betonmauer bis zum Augarten uns zukünftig den Blick zur Mur nehmen wird?"

Michael Wedenig, Projektteam: Es wird keine Betonmauern geben. Es werden bepflanzte Dämme bis zur Seifenfabrik errichtet. Diese haben beim Kraftwerk eine maximale Höhe von 3,3 Meter und werden gleichmäßig niedriger bis sie bei der Seifenfabrik enden. Den Blick auf die Mur werden Sie auch weiterhin genießen können, denn die dann breiteren Radwege verlaufen auf den Dämmen, dem Wasser entlang.

Ingrid Niederl (32): "Wie wird beim Projekt Murkraftwerk Graz gewährleistet, dass unsere Keller trocken bleiben?"

Till Harum, Joanneum Research, Institut für Wasser, Energie & Nachhaltigkeit: Die zukünftigen Tiefenlagen des Grundwasserspiegels wurden genau analysiert und die Maßnahmen so optimiert, dass Keller auch in Zukunft trocken bleiben. Mittels Modellrechnungen wurden Begleitmaßnahmen wie Stauraumabdichtungen und Begleitdrainagen erarbeitet, die die Grundwasserstände auf ein ähnliches Niveau wie heute regulieren.

Raimund Hoffmann (44): "Kann durch das Murkraftwerk tatsächlich die Wasserqualität der Mur verbessert werden?"

Gerald Maurer, Holding Graz Services Abwasser: Indirekt ja - es ist es geplant, parallel zu den beiden Hauptsammelkanälen entlang der Mur einen neuen Speicherkanal zu errichten. Dieses Projekt soll gemeinsam mit dem Murkraftwerksprojekt umgesetzt werden, da so Kosten gespart werden können. Durch diesen Speicherkanal wird die Schmutzfrachtbelastung der Mur aus dem Grazer Mischsystem nachhaltig verringert.

Walter Steinmüller (33): "Was bringt das Murkraftwerk Graz der steirischen Energielandschaft?"

Christoph Rath, Projektleiter: Die Stromerzeugung durch das Murkraftwerk Graz ist um 40 Prozent größer als bei einem durchschnittlichen Laufkraftwerk an der Mur. Ein weiterer Vorteil ist, dass Energie dort erzeugt wird, wo man sie benötigt. Durch die zentrale Lage und die Einspeisung vor Ort werden Übertragungsverluste vermieden. Strom sollte in Zukunft durch erneuerbare Energie bereitgestellt werden, das Murkraftwerk Graz ist ein wichtiger Beitrag dies zu erreichen.

Energie Steiermark AG, Leonhardgürtel 10, A-8010 Graz, Tel: +43 (0)316/9000, E-Mail: office@e-steiermark.com
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