Förderung der Biodiversität im Auwald Obergralla
Zum Erhalt wertvoller ökologischer Flächen und im Sinne des Naturschutzes wurde der Energie Steiermark Green Power GmbH vom Amt der Steiermärkischen Landesregierung im Rahmen des Projektes „Lebensraum schützen und Vielfalt fördern im Auwald Obergralla“ eine 100%-Förderung in Kofinanzierung mit der Europäischen Union zur Aufwertung eines rund 8,17 ha großen Areals genehmigt. Das Projektgebiet befindet sich in der Kastralgemeinde Obergralla (Bezirk Leibnitz) linksufrig der Mur und ist Teil des sich dort befindlichen Landschafts- und Vogelschutzgebiets am Stausee Gralla, welcher als ornithologischer Hotspot für Zug- und Wasservögel gilt.
Geprägt durch eine Auenlandschaft mit wertvollen Feuchtbiotopen und strukturreichen Waldrändern, Trockenflächen sowie Totholzbeständen weist das Areal bereits einen bedeutenden naturschutzfachlichen Wert auf und schafft somit eine gute Grundlage für eine hohe Artenvielfalt. Intakte Auwälder tragen zudem maßgeblich zum Klimaschutz bei, da sie bis zu 300 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar speichern können.
Derzeit kommt es auf dem Projektgebiet zur großflächigen Ausbreitung von invasiven Neophyten, welche aufgrund ihrer dominanten Wuchskraft die sich dort etablierte heimische Vegetation verdrängen, wodurch die Strukturvielfalt der Lebensräume stark beeinträchtigt wird. Um dem entgegenzuwirken, wird im Rahmen des Förderprojekts ein angepasstes Neophytenmanagement auf der Fläche entwickelt, um die Vielfalt dieses Lebensraumes zu erhalten.
Zur Lebensraumaufwertung werden – neben der Eindämmung invasiver Neophyten – auch noch weitere Maßnahmen umgesetzt. Durch Anlage von Blühflächen und Pflanzung blühender Strauchanlagen soll einer Vielzahl an Bestäubern eine erhöhte Nahrungsvielfalt angeboten werden. Strukturen in Form von Ast- sowie Steinhaufen werden zukünftig Kleintieren vermehrt als Unterschlupf oder Überwinterungsort dienen, als auch für Vögel einen möglichen Brutplatz darstellen. Die Errichtung von mehreren Käferburgen bietet totholzbewohnenden Insekten, insbesondere Käfern, eine optimale Niststätte. Auch das Anbringen von über 100 Nisthilfen schafft zukünftig für Vögel, Bilche und Fledermäuse eine höhere Auswahl an Nist- und Versteckmöglichkeiten. Mit all diesen gezielten Maßnahmen soll nicht nur der Schutz der Lebensräume und vorhandenen Tier- und Pflanzenarten gesichert, sondern durch Aufwertung des Gebietes die Biodiversität gefördert werden.
