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Green Finance Framework der Energie Steiermark bietet verlässlichen Rahmen für nachhaltige Finanzierungen

18. Juni 2026

Mit dem neuen Green Finance Framework führt die Energie Steiermark ein Regelwerk ein, das definiert, wie ökologisch nachhaltige Projekte ausgewählt, finanziert und überwacht werden. Damit sind grüne Finanzierungen noch verlässlicher und transparenter als bisher. Geprüft wurde das Framework von der international anerkannten Agentur ISS-Corporate. Im Vergleich mit anderen österreichischen Energieversorgungsunternehmen deckt die Energie Steiermark die meisten EU-Taxonomie-konformen Projektkategorien ab. Dies ermöglicht eine hohe Flexibilität bei der Nutzung von grünen Finanzierungen für künftige Projekte.

 

Ein Green Finance Framework ist ein internes Regelwerk eines Unternehmens, das definiert, wie ökologisch nachhaltige Projekte ausgewählt, finanziert und überwacht werden. Es dient als Leitfaden, um grüne Finanzierungen rechtssicher und transparent am Markt zu platzieren. Das Regelwerk stellt sicher, dass Investor:innen transparent darüber informiert werden, wofür ihr Kapital verwendet wird und welche Umweltkriterien erfüllt sein müssen. Es stützt sich in der Regel auf internationale Marktstandards und gesetzliche Vorgaben wie beispielsweise die ICMA Green Bond Principles sowie die EU-Taxonomie.


Die Energie Steiermark hat ein Green Finance Framework - im Folgenden als Framework bezeichnet - geschaffen, welches die Ausgabe von grünen Finanzierungsinstrumenten gemäß den einschlägigen Richtlinien ermöglicht. Das umfangreiche Framework unterstützt das Engagement und die damit einhergehende Verantwortung in Bezug auf die ESG-Ziele der Energie Steiermark, indem es zusätzliche Transparenz bei der Finanzierung oder Refinanzierung von Projekten bietet, die eine Schlüsselrolle im Übergang zu einer kohlenstoffarmen und klimaresilienten Wirtschaft einnehmen.

 

Grüne Finanzierungsinstrumente
 

  • sind ein effektives Mittel, um Investitionen in Projekte mit Umweltvorteilen zu lenken,
  • tragen wesentlich zur Erreichung des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Nachhaltigkeitsziele („UN SDGs“) bei,
  • erhöhen die Attraktivität für nachhaltigkeitsorientierte Investor:innen,
  • ermöglichen die Diversifikation der Investor:innenbasis,
  • intensivieren den Dialog mit bestehenden Investor:innen
  • und unterstützen das Wachstum des Marktes für nachhaltige Finanzierungen.

 

 

Vier Kernkomponenten eines Frameworks

Ein klassisches Green Finance Framework besteht aus vier zentralen Komponenten: Mittelverwendung, Prozess der Projektauswahl, Management der Erlöse und Berichterstattung.

Das Framework der Energie Steiermark

Die Energie Steiermark hat im vergangenen Jahr ein sogenanntes Use of Proceeds-Framework erstellt, welches grünen Finanzierungen konkrete Investitionen zuordnet. Die darin aufgelisteten grünen Projekte und Initiativen kommen für eine grüne Finanzierung infrage und sind vollständig konform mit der EU-Taxonomie. Die Beiträge der Projektinvestitionen zu den jeweiligen SDGs, also den weltweit anerkannten Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, sind ebenfalls dargestellt. Das Framework bietet eine umfassende und breite Kategorisierung, die zum einen flexible und zielgerichtete Finanzierungen von Investitionen ermöglicht und zum anderen die Nutzung grüner Finanzierungen für ein breites Spektrum geeigneter Projekte sicherstellt.

Die Emissionserlöse aus einer grünen Finanzierung werden ausschließlich für die vollständige oder teilweise Finanzierung oder Refinanzierung von bestehenden oder zukünftigen geeigneten grünen Projekten verwendet, die anhand der Eignungskriterien einen klaren ökologischen Nutzen stiften. Dies sind Projekte aus den übergeordneten Kategorien 

  • erneuerbare Energien, 
  • Energieeffizienz, 
  • Erhaltung der terrestrischen und marinen Artenvielfalt 
  • sowie umweltfreundliche Gebäude. 

 

Ausgeschlossen sind Projekte, die in den Bereichen fossile Brennstoffe, kohlenstoffintensive und umweltschädliche Industrien, Kernenergie und Finanzierung von Wasserkraftwerken mit einer Leistung von mehr als 1.000 Megawatt angesiedelt sind.

Die Energie Steiermark hat interne Systeme implementiert, um die Verwendung der Erlöse aus grünen Finanzierungsinstrumenten nachvollziehbar zu dokumentieren. Dies ermöglicht eine umfassende Überwachung der bereits zugeteilten und noch zuzuteilenden Beträge. Zudem wird die Verwendung der Nettoerlöse aus grünen Finanzierungsinstrumenten transparent dargestellt und im Allocation Report veröffentlicht. Darüber hinaus werden, soweit möglich, die Auswirkungen der Projekte im Impact Report erläutert. 


Ein Vergleich mit Frameworks anderer Energieversorgungsunternehmen aus Österreich zeigt: Die Energie Steiermark deckt mit einer Anzahl von 21 die meisten EU-Taxonomie-konformen Projektkategorien ab, womit eine möglichst hohe Flexibilität bei der Nutzung von grünen Finanzierungen für mögliche künftige Projekte sichergestellt werden kann. Darüber hinaus entspricht die vollständige Übereinstimmung der im Framework beschriebenen und zu finanzierenden Projekte mit der EU-Taxonomie den derzeit höchstmöglichen Anforderungen an die Nachhaltigkeitsstandards in Bezug auf grüne Finanzierungen.

 

Download: Liste der 21 Projektekategorien der Energie Steiermark


Internationale Agentur ISS-Corporate prüfte Framework

Zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit und Markttransparenz eines Green Finance Frameworks werden diese von einer unabhängigen externen Partei überprüft. Im Rahmen einer sogenannten Second Party Opinion (SPO) wird beurteilt, ob das Framework mit anerkannten Marktstandards und Nachhaltigkeitsprinzipien im Einklang steht sowie ob die definierten Kriterien nachvollziehbar und angemessen sind. Darüber hinaus wird bewertet, ob die vorgesehenen Projekte und Finanzierungsaktivitäten geeignet sind, einen positiven ökologischen Beitrag zu leisten und die definierten Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen. Die Energie Steiermark hat die international anerkannte Agentur ISS-Corporate mit der Prüfung betraut.  

ISS-Corporate ist ein weltweit führender Anbieter im Bereich ESG-Beratung und ESG-Gutachten, womit ein Qualitätssignal an die potenziellen Investoren als Adressaten der SPO vermittelt wird. Das Ergebnis der Second Party Opinion ist, dass alle 21 geprüften, für grüne Finanzierungen geeigneten Projekte und Aktivitäten positiv eingestuftwurden. Zudem wurden von ISS-Corporate ausgewählte Unternehmensbereiche der Energie Steiermark hinsichtlich Nachhaltigkeitsaspekten und ESG-Konformität untersucht und positiv bewertet. 

 

Resümee: Bessere Finanzierungslösungen mit transparentem Framework
 

  • Die Energiewende ist für die Energie Steiermark das wichtigste Zukunfts- und Infrastrukturprojekt. Von 2025 bis 2035 fließen 5,8 Milliarden Euro in den Netzausbau, erneuerbare Erzeugung und Versorgungssicherheit in der Steiermark.
  • Mit diesem Framework stellt die Energie Steiermark ein extern geprüftes, umfangreiches Instrument zur Finanzierung grüner Projekte zur Verfügung und bietet potentiellen Investor:innen noch mehr Verlässlichkeit und Transparenz als bisher.
  • Die Energie Steiermark deckt mit einer Anzahl von 21 besonders viele EU-Taxonomie-konforme Projekte ab, womit eine möglichst hohe Flexibilität bei der Nutzung von grünen Finanzierungen für mögliche künftige Investitionsvorhaben sichergestellt werden kann.

Headerbild: Energie Steiermark / Symbol
Portraitbild: Helena Schneider ZVg
Portraitbild: Jörg Holzmüller © Sissi Furgler